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Römerbergwerk Meurin Nickenicher Straße, 56630 Kretz
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07.05.2019

Ein Heiligtum im Römerbergwerk Meurin


Mit der Saisoneröffnung des Vulkanparks wurde im Römerbergwerk Meurin ein neues Highlight der Ausstellung enthüllt. Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch und Landrat Dr. Alexander Saftig eröffneten das neu eingerichtete Heiligtum für Hercules Saxanus, den Gott der Steinbrecher, im Zuge der Pressekonferenz. Die Rekonstruktion rundet das Ausstellungskonzept des Römerbergwerks ab.

In frühen Steinbrüchen und Bergwerken des römischen Militärs (ca. 50 – 150 n. Chr.) war es üblich, unmittelbar vor Ort betriebseigene Heiligtümer zu errichten. Die meisten Altäre waren Hercules Saxanus, dem Gott der Steinbrecher, geweiht; wobei auch Weihungen für andere Götter, wie Jupiter, Neptun und Minerva genannt werden. Die Götter sollten Schutz bei der gefährlichen Arbeit in den Brüchen gewähren. Auch die einzelnen militärischen Truppen haben sich auf den Altären verewigt.

Das Zentrum des Heiligtums im Römerbergwerk Meurin bildet ein Felsrelief, das einem 1862 bei Bad Tönisstein entdeckten Relief nachempfunden wurde. Es wurde dem vorhandenen Raum geringfügig angepasst, ansonsten aber originalgetreu wiedergegeben. Es ist in fünf Nischen unterteilt, wobei die mittlere Aussparung mit einem großen Altarrelief versehen ist. Zwei Hercules-Altäre ergänzen die Installation. Alle Altäre traten bei der modernen Tuffsteingewinnung zu Tage. Das genaue Aussehen der Heiligtümer ist nicht bekannt, denn keines dieser Heiligtume ist vollständig erhalten geblieben. Allerdings wissen wir, dass sie regelmäßig aus einem zentralen Felsaltar und mehreren kleineren Altären bestanden.

Mit der Rekonstruktion durch die Archäologen und Archäologinnen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums können Besucher des Römerbergwerks nun einen weiteren Teil des Alltags der vornehmlich dem römischen Militär angehörigen Bergbauarbeiter nachempfinden.

 

Link: Römerbergwerk Meurin

 

Vertiefende Literatur:

Im Jahre 2015 erschien im Verlag des RGZM eine Monographie zu den antiken Tuffbergwerken am Laacher See-Vulkan. Die darin erhaltenen Recherchen zu den zahlreichen Steinbruch- und Weiheinschriften werfen ein neues Licht auf die Heiligtümer im Tuffabbau und gewähren Einblick in die religiöse Vorstellungswelt der dort arbeitenden Menschen.

Holger Schaaff
Antike Tuffbergwerke am Laacher See-Vulkan
Monographien des RGZM, Band 107
1. Auflage 2015, 251 Seiten, 193 teils farbige Abbildungen, 5 großformatige Beilagen, 21 x 30 cm, Hardcover, fadengeheftet
ISBN 978-3-88467-203-7
€ 55,–, erhältlich über Schnell & Steiner

 

Autorin: Christina Nitzsche - RGZM


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